Michael Schwarz

Konstruktion eines Persönlichkeitsinventars für Patienten des Maßregelvollzugs gemäß § 64 StGB

ISBN 978-3-86676-546-7
Schriftenreihe der Gesellschaft für Kriminologie, Polizei und Recht e.V., Band 9

Das deutsche Strafgesetzbuch sieht in § 64 StGB die Unterbringung von substanzabhängigen Straftätern in forensischen Entzugskliniken als Maßregel der Besserung und Sicherung vor. Die Patienten dieser Einrichtungen des Maßregelvollzugs (MRV) durchlaufen eine mehrjährige Sucht- und Kriminaltherapie mit dem Ziel der dauerhaften Abstinenz und Straffreiheit. Bei der Therapieplanung und -durchführung ist eine gute Kenntnis der Persönlichkeit und Einstellungen eines Patienten von großer Wichtigkeit für das behandelnde Klinikpersonal. Zur standardisierten Erfassung individueller Patientenmerkmale werden im Rahmen einer umfassenden medizinisch-psychologischen Aufnahmediagnostik Persönlichkeitsfragebögen (sog. Selbstbeurteilungsinventare) eingesetzt. Diese sind nach wissenschaftlich fundierten, testtheoretischen Kriterien konstruiert und ermöglichen eine ökonomische Messung von Eigenschaften und Einstellungen. Während im deutschen Sprachraum mehrere Selbstbeurteilungsinventare für die Normalpopulation, für Inhaftierte in Justizvollzugsanstalten und zur Diagnostik eng umschriebener, forensisch relevanter Konstrukte (z.B. Aggressivität) existieren, liegt bislang kein Persönlichkeitsfragebogen vor, der an und für Patienten des MRV gem. § 64 StGB entwickelt wurde.

Gegenstand der vorliegenden Arbeit ist die Konzeption und erste Evaluation eines derartigen Fragebogens. Das Instrument soll latente Merkmale und Einstellungen aus drei Bereichen abbilden, die bei der Therapieplanung und -durchführung im MRV gem. § 64 StGB von Bedeutung sind: (a) personeninterne Grundlagen zur Durchführung einer MRV-Therapie, (b) Stellung von Delinquenz und Sucht im Leben eines Patienten und (c) forensisch relevante Persönlichkeitsaspekte einschl. sozialer Erwünschtheitstendenz. Der erstgenannte Bereich wurde als Therapiegrundlagenbereich (TGB), der zweite Bereich als Delinquenz- und Suchtbereich (DSB), der dritte Bereich als Persönlichkeits- und Kontrollbereich (PKB) bezeichnet. Jeder Bereich umfasst drei Konstrukte (Primärdimensionen), die den jeweiligen Bereichsschwerpunkt repräsentieren.
180 Seiten
22,80 €

Inhalt

Inhalt:



1. Allgemeine Einleitung

1.1 Der Maßregelvollzug gem. § 64 StGB im deutschen Rechtssystem

1.2 Persönlichkeitsdiagnostik bei Patienten des MRV gem. § 64 StGB

1.3 Testplanung und Konstruktionsstrategie

1.4 Ort der Testentwicklung



2. Vorstudie: Konstruktidentifikation durch Experteneinschätzungen

2.1 Einleitung

2.2 Methode

2.2.1 Stichprobenbeschreibung

2.2.2 Ablauf der Untersuchung

2.2.3 Statistische Auswertung

2.3 Ergebnis

2.4 Diskussion



3. Konstruktauswahl



4. Hauptstudie: Entwurf, Erprobung und Analyse eines Persönlichkeitsinventars für Patienten des MRV gem. § 64 StGB

4.1 Vorbemerkung

4.2 Einleitung: Konstruktexplikation und Itemauswahl

4.2.1 Vertrauen in die Mitarbeiter der Maßregelvollzugseinrichtung

4.2.2 Mitarbeits- und Kooperationsbereitschaft

4.2.3 Leidensdruck

4.2.4 Delinquenzhabitualisierung

4.2.5 Substanzaffirmation

4.2.6 Verantwortungs- und Schuldabwehr

4.2.7 Impulsive Destruktivität

4.2.8 Interpersoneller Machiavellismus

4.2.9 Ehrliche Beantwortung

4.3 Methode

4.3.1 Stichprobenbeschreibung

4.3.2 Beschreibung des Fragebogenentwurfs

4.3.3 Ablauf der Untersuchung

4.3.4 Ethische Aspekte

4.3.5 Statistische Methoden

4.4 Ergebnisse und iterative Itemauswahl

4.4.1 Vorbereitung der Daten

4.4.2 Vertrauen in die Mitarbeiter der Maßregelvollzugseinrichtung

4.4.3 Mitarbeits- und Kooperationsbereitschaft

4.4.4 Leidensdruck

4.4.5 Delinquenzhabitualisierung

4.4.6 Exemplarische Validierung der Primärskala DH

4.4.7 Substanzaffirmation

4.4.8 Verantwortungs- und Schuldabwehr

4.4.9 Impulsive Destruktivität

4.4.10 Interpersoneller Machiavellismus

4.4.11 Ehrliche Beantwortung

4.4.12 Skalen-Interkorrelationen

4.5 Diskussion



Literaturverzeichnis



Anhang



Rolf Ritsert und Antonio Vera (Hrsg.)

Die Polizei als kultursensible Organisation Ausgewählte Studien zur Fehlerkultur, zur interkulturellen Kompetenz und zum Organisationskulturwandel in der Polizei

ISBN 978-3-86676-547-4
Polizeiwissenschaft in Theorie und Empirie, Band 10

Kultursensible Organisationen setzen sich umfassend und proaktiv mit den für sie relevanten kulturellen Phänomenen auseinander und lassen die dabei gewonnenen Erkenntnisse in ihre Organisationsstrukturen und -prozessen, aber auch in ihre Organisations- und Führungskultur einfließen. Dass eine gewisse Kultursensibilität mittlerweile in den deutschen Polizeien des Bundes und der Länder vorhanden ist, belegen nicht zuletzt die drei in diesem Band enthaltenen, von Polizeibeamten erstellten Studien, die sich mit Themenfeldern Fehlerkultur, interkulturelle Kompetenz und Organisationskultur beschäftigen. Gleichwohl steht sicherlich außer Frage, dass der Weg der deutschen Polizei zu einer kultursensiblen Organisation noch lang ist.
172 Seiten
22,90 €

Inhalt

Inhalt:



Vorwort: Die Polizei als kultursensible Organisation

von Antonio Vera und Rolf Ritsert



Fehlerkultur innerhalb der Polizei: Rekonstruktion von Führungspraktiken

von Dörte Andersson



Die Vermittlung interkultureller Kompetenz in der Polizeiausbildung: Eine empirische Analyse bei bayerischen Polizeibeamten

von Peter Kreuzer und Antonio Vera



Organisationskultur(-wandel) im Bundesgrenzschutz 1951–1973: Eine Untersuchung kollektiver Werte- und Deutungsmuster am Gegenstand der Zeitschriften „Die Parole“ und „Der Grenzjäger“

von Matthias Krüger



Anja Mensching & Astrid Jacobsen (Hrsg.)

Empirische Polizeiforschung XXI Polizei im Spannungsfeld von Autorität, Legitimität und Kompetenz

ISBN 978-3-86676-545-0
Schriften zur Empirischen Polizeiforschung, Band 24

Die Jahrestagung der Empirischen Polizeiforschung 2017 widmete sich dem Spannungsfeld von Autorität, Legitimität und Kompetenz unter der Prämisse, dass polizeiliche Autorität dabei nicht – wie im gesellschaftlichen und polizeilichen Alltagverständnis üblich – als Voraussetzung polizeilichen Handelns betrachtet wird, das der Polizei ‚naturgemäß‘ zusteht und zum Teil missachtet wird. Stattdessen soll der Blick auf polizeiliche Autorität als Produkt eines komplexen Herstellungsprozesses mit Bezügen zu polizeilichen Legitimitäts- und Kompetenzfragen gerichtet werden.

Dieser Tagungsband zur Jahrestagung der Empirischen Polizeiforschung XXI versammelt neben den Vortragsbeiträgen auch die verschriftlichten Versionen der Posterpräsentationen, die Nachwuchswissenschaftler/innen auf der Tagung vor- und zur Diskussion stellten. Der vorliegende Band gliedert sich in die vier thematische Abschnitte:

I. Polizei als sich selbst beobachtende bzw. Autorität und Legitimität herstellende Organisation
II. Polizei als Kompetenz, Legitimität und Autorität im Außenverhältnis herstellende Organisation
III. Polizei als beobachtende, kontrollierende und Autorität und Legitimität herstellende Organisation
IV. Polizei als Konfliktpartner, Gewaltmonopolist und medial inszenierte Organisation
191 Seiten
22,90 €

Inhalt

Inhalt:



Editorial: Polizei im Spannungsfeld von Autorität, Legitimität und Kompetenz

Anja Mensching & Astrid Jacobsen



Kapazitäten und Ansprüche polizeilicher Kriminalprävention.

Ein Plädoyer für die mitlaufende Bearbeitung prekärer Autorität und Legitimation.


Thomas Scheffer



Legitimität und Authentizität – Wertschätzung als organisationskultureller Aspekt des ‚Doing Authority‘ in der Polizei

Marlene Tietz & Anja Mensching



„Wir sind die Polizei. Das Schlusswort haben wir.“ (Un)doing authority in einem Schweizer Polizeidienst

Nathalie Pasche, Esteban Piñeiro & Martina Koch



Polizei als Status. Polizeipolitik als Statuspolitik?

Susanna Ehrensberger, Annelie Molapisi & Rainer Prätorius



Nachwuchsforschungsprojekt PluS-i: Interdisziplinäre Analysen für ein kontextadäquates, legitimes, effizientes und effektives plurales Polizieren im urbanen Raum

Nathalie Hirschmann & Tobias John



Neue Wege zur Darstellung der Rolle der Polizei

Christian Hamm & Markus Sander



Zur Legitimation polizeilicher Kontrolle. „Racial-“, „Social-“ und „Criminal-Profiling“ im Diskurs

Rafael Behr



Subtile Autorität und prekäre Legitimität der Videoüberwachung von Demonstrationen – Praxen und Wissensformen von Polizei und Protestierenden

Peter Ullrich



Im Namen der Gerechtigkeit? Über die Rechtfertigungsmuster polizeilicher Kompetenzüberschreitungen

Elena Isabel Zum-Bruch



Polizei und Staatsbildung in Venezuelas Bolivarischer Revolution: Polizeibefugnisse und ordnungspolitische Kontrolle in einem Hybridregime

Stiven Tremaria



„Ich hab’ Polizei“ – Die Darstellung der Polizei in deutschsprachigen Rapliedern

Christian Wickert



Alexandra Stupperich (Hrsg.)

Cold Cases in Wissenschaft und Praxis

ISBN 978-3-86676-543-6
Mit Hilfe der neuen bzw. verfeinerten Methoden der Kriminaltechnik gelangen in den letzten Jahren spektakuläre Ermittlungserfolge bei sogenannten ‚Cold Cases‘. Doch sind es nur die Fortschritten in den Forensic Sciences, die zur Fallklärung beitragen? Welche Rolle spielt bei Cold Case Ermittlungen die Kriminalistik?

Im ersten Teil dieses Buchs soll definiert werden, was Cold Cases überhaupt sind und ein Überblick zu den besonderen kriminalistischen Herausforderungen gegeben werden. Ein Beitrag von Dr. Bernd Körber, beschäftigt sich zudem mit den Besonderheiten der Vernehmung von Zeugen in Cold Case Ermittlungen. Im zweiten Teil stellt Steven Baack vom LKA Hamburg seine Erfahrungen aus der praktischen Ermittlungsarbeit an Cold Cases dar. Am Ende des Buches wird von Dr Alexandra Stupperich eine Methode des Cold Case Review Prozesse vorgestellt. Dr. Helga Ihm schildert dazu in ihrem Beitrag zur Psychologischen Autopsie ein Verfahren zur post mortem Beurteilung der prämortalen Bedingungen, welche zu dem tödlichen Ereignis führten.
138 Seiten
19,90 €

Inhalt

Inhalt:



Vorwort



1 Einleitung




2 Cold Cases – Ein neuer Begriff für ein altes Phänomen?


2.1 Definition des Begriffs Cold Cases

2.2 Entwicklungen im In- und Ausland

Exkurs: Cold Cases – Management in Hamburg (Steven Baack)



3 Besonderheiten von Cold Cases

3.1 Aufklärungsimmanente Kriterien von Tötungsdelikten

3.2 Fallspezifischer Faktor

3.2.1 Delikttyp

3.3.2 Besondere Tatbestandsmerkmale

Exkurs: Investigative Psychologie: Gedächtnisbasierte Methoden zur Zeugenvernehmung in Cold Case Fällen (Bernd Körber)

3.3 Räumlicher und geografischer Faktor

3.3.1 Urbane und ländliche Regionen

3.3.2 Lokalisation von Tatort und Fundort

3.4 Opferfaktoren

Exkurs: Psychologische Autopsie (Helga Ihm)

3.5 Organisatorischer Faktor



4 Cold Case Reviews: Das Nienburger-Modell

4.1 Wahlpflichtfach ‚Cold Cases‘ – ein hochschuldidaktischer Überblick

4.1.1 Sachkompetenz

4.1.2 Selbstkompetenz

4.1.3 Soziale Kompetenz

4.1.4 Das Konzept des Lernens in Gruppen

4.2 Struktur des Nienburger Modells

4.2.1 Tötungsdelikte

4.2.2 Vermisstenfälle

4.2.3 Erfahrungen mit dem Nienburger Modell

4.3.4 Evaluation

4.4 Fazit



5 Abschlussbetrachtung



Andreas Blume

Innentäterspionage in innovationsgetriebenen Großunternehmen

ISBN 978-3-86676-538-2
Analysen zu Sicherheitsfragen, Band 7

Innovative Unternehmen werden durch Spionage bedroht: Was innovative Unternehmen besser können, weckt Begehrlichkeiten bei anderen Akteuren – staatlichen wie privaten. Viele Unternehmen tendieren nach wie vor dazu, Anti-Spionageprogramme vor allen Dingen auf externe Angriffe auszurichten. Die Realität zeigt jedoch, dass statistisch gesehen in rund jedem zweiten Spionagefall ein Innentäter beteiligt ist. Dabei sind die Möglichkeiten, unbemerkt von innen heraus gegen ein Unternehmen zu agieren vielfältig und haben das Potenzial, ein systemisches Problem für das angegriffene Unternehmen zu werden. Mit diesem Buch soll phänomenologisches Licht ins Dunkelfeld der Innentäterspionage gebracht werden. Es wird dargestellt, wie Mitarbeiter zum Innentäterspion werden können. Auf Basis dieser Erkenntnisse, vielfältiger praktischer Erfahrungen des Autors wird aus Corporate-Security-Sicht ein ganzheitliches, integriertes Konzept zur präventiven und reaktiven Abwehr von Innentäterspionage in innovationsgetriebenen Großunternehmen entwickelt und vorgestellt. Da auf einzelne Bausteine des Schutzkonzeptes konkret eingegangen wird, richtet sich das Buch sowohl an das leitende Management von innovativen Unternehmen als auch an Security-Verantwortliche, die einen nachhaltigen Beitrag zur Unternehmenssicherung leisten möchten. Zudem ist das Buch ein Anstoß, das Thema Innentäterspionage in innovationsgetriebenen Großunternehmen auch wissenschaftlich aufzubereiten.
160 Seiten
29,90 €

Inhalt

Inhalt 


Vorwort 

Kurzfassung 

1 Einführung 
1.1 Der Gegenstand dieser Arbeit 
1.2 Struktur und Vorgehensweise 
1.3 Methodischer Bezugsrahmen 
1.3.1 Deliktsanalyse der Deutschen Hochschule für Polizei 
1.3.2 Der Betrugsdiamant 
1.3.3 Situative Kriminalprävention 
1.4 Relevanz 

2 Innentäterspionage – Phänomenologie 
2.1 Materiell-rechtliche Einordnung 
2.2 Innentäterspionage als Teil von Wirtschaftskriminalität 
2.3 Strukturdaten 
2.3.1 Hellfeld 
2.3.2 Dunkelfeld 
2.3.3 Deutsche Unternehmen 
2.3.4 Täter 
2.3.5 Schäden 
2.4 Innentäter versus Außentäter 
2.5 Erscheinungsformen 
2.5.1 Selbstnutzer 
2.5.2 Selbstanbieter
2.5.3 Tippgeber 
2.5.4 Quelle im Objekt – eingeschleust 
2.5.5 Quelle im Objekt – angeworben 
2.6 Ableitungen für ein Schutzkonzept 

3 Ätiologie – die Motivation zur Innentäterspionage 
3.1 Person 
3.1.1 Motive 
3.1.2 Persönlichkeit 
3.1.3 Rechtfertigungen 
3.2 Situation: Anreize und Gelegenheiten 
3.2.1 Informationszugänge 
 3.2.2 Abnehmer 
3.2.3 Informationstransfer 

4 Intervention – den Betrugsdiamanten durchbrechen 
4.1 Risikofaktoren schwächen 
4.2 Auftragsklärung 
4.3 Prävention 
4.3.1 Risikobeurteilung 
4.3.2 Informationsklassifizierung 
4.3.3 Personalauswahl 
4.3.4 Personalfreisetzung 
4.3.5 Geschäfts- und Kooperationspartner 
4.3.6 Security-Kultur 
4.3.7 Führungsverhalten 
4.3.8 Informationstechnik 
4.3.9 Physische Sicherheit 
4.4 Reaktion 
4.4.1 Unterstützung in persönlichen Notlagen 
4.4.2 Detektion kritischer Indikatoren 
4.4.3 Meldewege und interne Ermittlungen 
4.4.4 Sanktionen 
4.4.5 Regelmäßige Anpassung 

5 Fazit 

 6 Literatur





Aktuelle Neuerscheinungen




Schriftenreihen